Ausgrabungen im Industriegebiet 
von Kasendorf 1982 - Ein Vorbericht

  Ein Friedhof der Urnenfelderzeit: 
etwa 1200 bis 750 v. Chr.


Das Gräberfeld im "Flur" zwischen Kasendorf und Heubsch
Auf dem Gelände der Firma Hocka, zwischen Kasendorf und Heubsch, entdeckte D. Schmudlach bei Planierungsarbeiten ein bis dahin unbekanntes Gräberfeld. Eine sofortige Untersuchung, die vom Ldkr. Kulmbach finanziert wurde, ergab 12 Gräber. Eines davon war mit einem N-S orientierten Hocker belegt, der von einigen Kalksteinen eingefasst war und unter einer von dieser Richtung etwas abweichenden Steinpackung lag. Die einzige Beigabe bildete ein kleiner konischer Tonbecher ohne Verzierung. 

Sieben Gräber waren von mehr oder weniger halbkreisförmigen Steinsetzungen aus Kalkstein eingefaßt, die zum Teil mehrreihig angelegt waren, aber nie ein vollständiges Rund ergaben. Die Gefäße mit dem Leichenbrand waren in einigen Fällen noch von einzelnen Kalksteinen eingefaßt. In einem Grab stand eine kleine Schale mit Leichenbrand unter einer größeren Steinpackung, durch die offensichtlich ein anderes Grab gestört worden war. Dieses Grab bestand im Gegensatz zu den übrigen Gräbern aus einer größeren Anzahl von Brauneisensteinen, die, neben den üblichen Kalksteinen, in loser Anordnung gelegt waren. In dem Grab stand ein Etagengefäß mit Leichenbrand, in dem sich noch ein kleines Bronzeringlein befand. Einige Zentimeter unter der Steinsetzung lagen weitere Brauneisensteine mit drei verstreuten Knochen, dabei zwei menschliche Schädelbruchstücke. 

Zwei Gräber bestanden lediglich aus je einer Urne mit wenigen kleinen darum herumgelegenen Kalksteinen. In einem weiteren Fall lagen zwei Scherbenhaufen mit Leichenbrand zwischen einzelnen Steinen ohne erkennbare Anordnung. Neben dem erwähnten Bronzeringlein konnten keine weiteren Metallbeigaben in den Gräbern festgestellt werden. Unmittelbar neben einem der kleinsten Gräber fand sich jedoch das Fragment eines Bronzegefäßes mit zwei erhaltenen Nietlöchern. 

Die Grenzen des Gräberfeldes wurden im SO und SW sicher erreicht, im NO und NW, wo der Boden nicht abgeschoben worden war, liegen wohl noch weitere Gräber unter der Ackerfläche, ca. l m tiefer als das heutige Bodenniveau.

Eine Siedlung  der Urnenfelderzeit
Etwa 10 bis 20 m ö des Gräberfeldes zeichneten sich im planierten Gelände mehrere dunkle Gruben ab, von denen eine etwas Holzkohle und einen einzigen, undatierbaren Scherben enthielt. Weitere Siedlungsreste, die in die Urnenfelderzeit datiert werden konnten, fanden sich in großer Anzahl in und unter den Gräbern. Mehrere Gruben wurden angeschnitten, sie enthielten Unmengen von Keramik. Aus Zeitmangel mußte leider darauf verzichtet werden, diese Siedlung näher zu untersuchen. Möglicherweise bestand ein Zusammenhang mit den von D. Schmudlach beim Bau der Firma Maja und Hocka beobachteten Siedlungsgruben, die ebenfalls urnenfelderzeitliche Keramik enthielten (s. A. u. F. l, 1977-1978, 162 f., Abb. 10,3-6); Verbleib: Museum Kulmbach.
Kasendorf (Ldkr. Kulmbach). Mtbl. 5934; NW 91.7. 
[Bericht von Rosemarie Feger in Ausgrabungen und Funde in Oberfranken 3, 1981-1982, 13 f.]

=> Das Etagengefäß in Grab 7A

 


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Die freigelegten Steinpackungen werden gerade gezeichnet. Vorne rechts: Rosemarie Feger.

Notgrabung mit Studenten im Industriegebiet 
von Kasendorf 1982: Verflachte Hügelgräber 
der Urnenfelderzeit: etwa 1200 bis 750 v. Chr.


 

 Das Oberteit eines Etagengefäß liegt frei. Links ist eine der beiden Henkelösen zu sehen.
  
Kasendorf-Flur: Notgrabung 1982
Freigelegtes Oberteil der Etagenurne aus Grab 7A. 
Deutlich sind senkrechte Kanneluren und (links)
ein Ösenhenkel zu erkennen.

 
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